Wie du mit Ärzt:innen über deine Periode sprichst

Wir brauchen nur einmal einen kurzen Blick auf die lange Liste an verschiedenen Bezeichnungen für die Periode zu werfen oder uns Code-Versionen wie “p3ri0d”  in den Captions verschiedener TikToker anzuschauen, um zu begreifen, dass es immer noch ein weitverbreitetes Tabu rund um das Thema Periode gibt.

Dadurch fällt es uns oft noch schwerer, über die Periode zu sprechen, besonders mit Fremden. Es gibt jedoch einige Gründe, aus welchen du während der Jahre, in denen du menstruierst, mit einer Ärztin oder einem Arzt über deine Periode sprechen musst. Wir haben dir einige Tipps aufgelistet, wie du dieses Erlebnis möglichst reibungslos gestaltest.

Wann du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Periode sprechen solltest

Falls du dich fragst “Wann sollte ich mit Periodenproblemen zum Arzt?”, ist die Antwort schlichtweg, sobald du dir im Bezug auf deine Periode Sorgen machst.

Wenn es um die Periode geht, gibt kein “normal” als solches, was es sehr schwierig macht, zu erkennen, wann du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen solltest. Unser Rat? Finde heraus, was für dich „normal“ ist – wie sieht dein Zyklus am häufigsten aus, wie verhält sich dein Körper? Abweichungen hiervon solltest du gegebenenfalls mit Fachleuten besprechen.

Darüber hinaus solltest du Symptome deiner Periode mit Fachleuten besprechen, wenn diese dich in deinem Alltag einschränken – von starken Blutungen bis hin zu extremen Stimmungsschwankungen. Hier sind einige Beispiel für Gründe, einen Termin bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen zu machen:

  • Wenn du seit 3 Monaten keine Periode mehr hattest
  • Deine Zykluslänge hat sich verändert oder ist sehr unregelmäßig
  • Starke Periodenschmerzen, die dich im Alltag einschränken
  • Starke Stimmungsschwankungen oder Depressionen vor deiner Periode
  • Zwischenblutungen

Diese Symptome bedeuten nicht zwangsläufig, dass etwas nicht in Ordnung ist, daher gibt es keinen Grund zur Panik! Aber es ist eine gute Angewohnheit, Veränderungen zu erkennen und diese überprüfen zu lassen.

Bereite dich vor

Es ist nicht dein Job zu wissen, was die Probleme mit deiner Periode verursacht, aber es empfiehlt sich, sich gut vorzubereiten und zumindest eine Idee zu haben, worüber du gerne sprechen möchtest. Das wird dir dabei helfen, dich wohler zu fühlen und deiner Ärztin deine Erfahrungen zu verstehen.

Wir würden dir empfehlen deinen Zyklus zu verfolgen, entweder manuell oder mit einer App, um die Regelmäßigkeit und die Schwere deiner Symptome zu dokumentieren. Dies wird dir dabei helfen, einen Überblick über deine Erlebnisse zu bekommen. Zudem wird es dir dabei helfen Fragen wie „Wann haben diese Symptome angefangen?“ oder „Kannst du den Schmerz beschreiben?“ zu beantworten.

Es kann zudem helfen, deine Symptome auch selbst schon einmal ein bisschen zu recherchieren. Vielleicht tauchen dabei starke Parallelen auf und du kannst im Gespräch eine Beschwerde oder Erkrankung nennen, die noch nicht bedacht wurde.

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Mache dich mit dem Vokabular vertraut

Deine Anatomie und die richtigen Begriffe für deine Körperteile zu kennen, wird die Unterhaltung definitiv einfacher machen. Du kannst dich klar in medizinischen Begriffen ausdrücken und musst nicht auf Bezeichnungen oder Spitznamen zurückgreifen, die ihren Ursprung in der Tabuisierung der Periode haben. Die Unterhaltung wird sich so weniger komisch anfühlen und deine Ärztin oder dein Arzt verstehen sofort, von welchen Körperteilen du sprichst.

Wenn du die Bezeichnungen nicht genau kennst oder es dir schwerfällt, diese auszusprechen, kannst du auch eine Zeichnung oder Grafik der weiblichen Geschlechtsorgane ausdrucken und mitnehmen und anhand dieser zeigen, von welchen Bereichen du sprichst.

Bringe Fragen mit

Wenn es dich nervös macht, über deine Periode zu sprechen, kann es passieren, dass du versuchst, durch das Gespräch durch zu huschen, damit es schnell vorbei ist. Es ist aber wichtig, dass du die Antworten bekommst, die du dir erhofft hast. Bringe dir am besten eine Liste der Fragen mit, die du gerne beantwortet haben möchtest. So kannst du sichergehen, dass deine Sorgen oder Fragen auch wirklich besprochen wurden. Durch die Liste erstellst du sozusagen Erfolgskriterien für deinen Termin und hilfst dir selbst dabei, dich an diese zu halten.

Ignoriere Probleme mit deiner Periode nicht

Es hat einen Grund, weshalb Erkrankungen wie PMDD (Premenstrual Dysphoric Disorder, dt.: prämenstruelle dysphorische Störung) und Endometriose oft erst nach Jahren diagnostiziert werden – unzureichende medizinische Recherche gepaart mit dem Glauben, dass die lähmenden Symptome, die wir erfahren, einfach nur damit einhergehen, zu menstruieren. Unsere Erfahrungen und Schmerzen werden oft als normale Begleiterscheinung der Periode oder als PMS abgetan, die ein paar Schmerztabletten, Yoga oder eine Wärmflasche schon beseitigen können, aber dies ist nicht immer der Fall. Deine Gesundheit ist wichtig und du hast ein Anrecht auf Hilfe von Fachleuten.

Wie sprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Periode? Lass uns einen Kommentar da!

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