Sustainable Fashion – Trägst du wirklich nachhaltige Kleidung?

Was ist der Unterschied zwischen „Sustainable Fashion“, also nachhaltiger Mode, und „Ethical Fashion“? Sie sind leicht zu verwechseln, da es einige Überschneidungen gibt, aber es lohnt sich zu verstehen, wie sich beide Dinge unterscheiden.

Nachhaltige Mode konzentriert sich auf die Materialien, die Herstellungsprozesse und die damit verbundenen Umweltschäden. Ethical Fashion betrachtet die Rechte und Arbeitsbedingungen derjenigen, die die Produkte herstellen.

Welche Materialien und Prozesse solltest du also beachten, damit das, was du trägst, wirklich nachhaltig ist? Finde es heraus!

Synthetische Gewebe

Synthetische Polymere wie Polyester, Nylon und Acryl werden aus Rohöl hergestellt und sind nicht biologisch abbaubar. Da diese Stoffe Kunststoffe sind, dauert es sehr lange, bis sie auf der Mülldeponie zerfallen, und außerdem setzen sie Methangas frei.

Kleidung aus Kunststoff setzt beim Waschen winzige mikroplastische Mikrofasern frei. Sie sind so klein, dass sie in unseren Wasserstraßen und im Meer landen und dort von der marinen Tierwelt aufgenommen werden. Die „Story of Microfibers“ (von den Machern von Story of Stuff) erklärt dieses Thema unglaublich gut:

Polyester und Nylons können nicht mit natürlichen Farbstoffen auf Wasserbasis eingefärbt werden. Die Fabriken verwenden deshalb Petrochemikalien und giftige Schwermetalle zum Färben des Gewebes. Sie schädigen nicht nur unsere Umwelt durch schädliche Abfälle und ihre Verarbeitung, es finden sich auch Rückstände dieser Chemikalien in unserer Kleidung.

Es läuft immer gleich ab: Gefährliche und schädliche Chemikalien wie Formaldehyd und Chlor werden verwendet, um Kunststoffe wie Naturfasern aussehen und wirken zu lassen. Sie schädigen die Umwelt und können als Rückstände in der Kleidung verbleiben – was sicher nicht gesund ist! Aufgrund der massenweisen industriellen Verarbeitung und der nur geringen Lebensdauer der Kleidung entsteht kein gutes Bild.

Einige Kunststoffe werden mit perfluorierten Chemikalien (PFC) versetzt, um sie „knitterfrei“ zu machen. Nach Angaben der U.S. Environmental Protection Agency handelt es sich bei PFCs um krebserregende Chemikalien.

Künstliche Stoffe

Es gibt Stoffe, die nicht aus petrochemischen Stoffen, sondern aus Holz oder anderer pflanzlicher Zellulose hergestellt werden. Auch diese Rohstoffe müssen vom Menschen stark verarbeitet werden, um Fasern wie Viskose, Rayon und Acetat herzustellen (Viskose ist ein gebräuchlicher Name für viele Varianten desselben Stoffes).

Das harte Holz oder die Zellulose wird zunächst mit hochbelastbaren Lösungsmitteln wie Äther oder Aceton in eine sirupartige Flüssigkeit umgewandelt, dann ausgesponnen und zu Fäden getrocknet. Solche aggressiven Verarbeitungschemikalien und die Abfallprodukte aus ihrer Verwendung gelangen in unsere Wassersysteme und können die Gewässer und ihre Bewohner vergiften, was dazu führt, dass Wildtiere unfruchtbar werden oder Krebs entwickeln.

Vorsicht vor Bambusgewebe

Bambus hat eine große grüne Begeisterungswelle ausgelöst und wird oft als wirklich umweltfreundliche Option betrachtet. Das meiste Bambusgewebe wird auf die gleiche Weise wie Viskose hergestellt, nämlich indem es in Chemikalien gelöst und dann gesponnen wird.

Nachhaltige Bambusgewebe lassen sich herstellen, indem man die Fasern auf natürliche Weise trennt und anschließend webt. Das geschieht jedoch selten, da es teurer ist.

Bambus verwischt die Grenze der Definition, ob etwas nachhaltig oder nicht nachhaltig ist. Wenn es sorgfältig und natürlich hergestellt wird, ist es großartig: schnell wachsend, leicht erneuerbar, benötigt keine Pestizide. Wird es jedoch wie Rayon verarbeitet, ist es fast so schädlich wie der Rest. Lasse dich also nicht durch vage Greenwashing-Behauptungen in die Irre führen.

Natürliche Stoffe

Natürliche Stoffe werden aus Fasern hergestellt, die in der Natur vorkommen. Dazu gehören Wolle, Seide, Baumwolle, zum Teil Bambus sowie Hanf. Die Vorteile dieser Stoffe bestehen darin, dass sie direkt aus der Natur stammen, erneuerbar und biologisch abbaubar, zum größten Teil nachhaltig und immer schön zu tragen sind. Sie haben das Potenzial, großartig für die Umwelt zu sein, wenn sie biologisch angebaut und verarbeitet werden. Allerdings kann der damit verbundene Mehraufwand und die weniger industrialisierte Verarbeitung einen höheren Preis bedeuten. Angesichts der Schnelllebigkeit von Mode sind sie jedoch die längerfristige und bessere Wahl.

Wie nachhaltig ist Baumwolle?

Nicht-Bio-Baumwolle ist die am stärksten chemisch gespritzte Kulturpflanze der Welt. Schädliche und giftige Pestizide, Herbizide und Entlaubungsmittel werden während des gesamten Anbaus, der Ernte und der Verarbeitung auf die Pflanzen gekippt. Baumwolle kann mit Chemikalien auf Chlorbasis gebleicht werden, enthält giftige Farbstoffe und es werden aggressive Chemikalien verwendet, um das Material flammhemmend oder knitterfrei zu machen.

Zertifizierte Bio-Baumwolle vermeidet all diese Chemikalien und setzt auf viel verträglichere Formen des Anbaus und der Verarbeitung. Das schont die Umwelt und hält unerwünschte Chemikalien von Ihnen fern.

Wie lauten dann die besten Tipps?

  • Schaue dir die Etiketten an deiner Kleidung an, um zu sehen, aus welchen Materialien sie hergestellt sind.
  • Achte auf die Aussagen „knitterfrei“ und schwer entflammbar
  • Entscheide dich für Kleidung, die aus organischen und natürlichen Materialien hergestellt wird und für die pflanzliche Farbstoffe verwendet werden.
  • Orientiere dich weg von der Wegwerf-Modekultur und hin zu nachhaltigen Lieblingsstücken, die du jahrelang tragen wirst.
  • Finde heraus, wer die besten Zertifizierer in deinem Land für Bio- oder Naturbekleidung sind.

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