Abfallstoffe in der Monatshygiene

Seit 1985 läßt sich ein Trend zur Verwendung dünnerer Monatsbinden feststellen, die sehr viel weniger Holzzellstoff und in zunehmendem Maße synthetische hochsaugfähige Materialien verwenden, die aus Erdölderivaten hergestellt werden. Mit feinen Löchern durchsetzte Kunststofffolien werden heutzutage meisten auf Binden und Einlagen verwendet und oftmals als „Dri-weave top sheet" (trockene Oberschicht) bezeichnet. In Wirklichkeit handelt es sich dabei einfach um eine mit Polyethylen beaufschlagte Folie – oder einfacher ausgedrückt eine Kunststoffschicht mit Löchern.

Diese Art Monatsbinde wird zum überwiegenden Teil in Europa und Nordamerika verwendet, dort ist der Verbrauch der höchste der Welt – mehr als ein Drittel eines weltweiten Gesamtverbrauchs von 45 Mrd. Einheiten – die alle irgendwann irgendwo entsorgt werden müssen! In jedem Jahr müssten wir allein schon in Großbritannien ein Loch von 300 Fuß in der Breite und 300 Fuß Tiefe graben, um die benutzten Monatsbinden und Tampons unterzubringen, die von Frauen weggeworfen werden.

Leider wird dieses synthetische Material auch immer mehr in anderen Produkten verwendet, wie beispielsweise in Babypflegetüchern, Reinigungstüchern, Intimpflegetüchern, in Trockenautomaten, in Babywindeln, für Einlagen bei Blasenschwäche und feuchtem Toilettenpapier. Sie alle werden nach der Benutzung höchstwahrscheinlich die Toilette hinuntergespült oder landen auf einer Müllhalde.

Seit einiger Zeit nun ist es möglich geworden, aufgrund neuerer Entwicklungen bei biologisch abbaubaren Materialien, die aus Pflanzenzellulose hergestellt werden, diese synthetischen Materialien zu ersetzen. Die biologisch abbaubaren Materialien können für die meisten Produkte anstatt Kunststoff verwendet werden, dazu gehören beispielsweise: Monatsbinden, Einlagen, Windeln, Feucht- und Trockentücher anstelle der synthetischen Materialien, die aus Erdölderivaten hergestellt und heute fast ausschließlich verwendet werden.

Trotz der umweltschädlichen Überlegungen, die Anfang der 90er Jahre hörbar wurden, wurden in der Monatshygiene immer mehr synthetische Materialien verwendet. Somit besteht die Notwendigkeit, das Verbraucherbewusstsein in Bezug auf eine angemessene Entsorgung dieser Produkte zu schärfen. Die meisten Personen sind sich noch nicht einmal über den hohen Kunststoffanteil in den von ihnen verwendeten Produkten im Klaren, und die Hersteller dieser Produkte machen die Sache nicht leichter, wenn sie nicht bereit sind, eine umfassende Liste der Materialien auf der Verpackung zu drucken, die sie für ihre Produkte verwenden.

Die Entsorgung von Monatshygieneprodukten findet entweder ins Meer, durch Müllverbrennung oder auf Mülldeponien statt. Verschiedene umweltverschmutzende Produkte, auch Dioxine, werden über Kläranlagen ständig ins Meer entsorgt und verschmutzen über Müllverbrennungsanlagen die Luft. Dadurch werden nicht nur unwiederbringliche Schäden und Umweltverschmutzungen unter Fischen und anderen Lebensformen in den Ozeanen angerichtet, auch Menschen werden diesen Giftstoffen ausgesetzt, wenn wir Pflanzen und Tiere über die Nahrungskette aufnehmen.

Die meisten Frauen sind sich darüber im Klaren, dass die Toilettenentsorgung von Monatsbinden letztendlich zu einer Verschmutzung unserer Ozeane und Flüsse führt und viele sind bereit, ihre Binden zusammen mit Ihrem Hausmüll entweder in Müllverbrennungsanlagen oder auf Mülldeponien zu entsorgen. Müllverbrennung ist einer der Hauptgründe für Umweltverschmutzungen weltweit. Jedoch ist die Alternativlösung, d.h. das Vergraben des Mülls im Erdreich nicht gerade eine Verbesserung, da die in Monatsbinden, Einlagen und Tampon-Applikatoren verwendeten Kunststoffe nicht biologisch abgebaut werden können und unverändert für Hunderte von Jahren in der Umwelt bleiben.

Seit vielen Jahren schon leistet Natracare einen hohen Beitrag, um die Auswirkungen von Monatshygieneprodukten auf die Umwelt durch Herstellung von Monatsbinden und Einlagen zu verringern, die aus biologisch abbaubarer, vollkommen chlorfreier Zellulose und Biokunststoffen hergestellt sind, die unter den richtigen Bedingungen biologisch abbaubar und kompostierfähig und zur Verwendung in Klärtanks geeignet sind.